Gutem Marzipanbrot auf der Spur

Marzipan im Test – für mich nur das Beste

Marzipan wird wahrscheinlich am meisten in der Weihnachtszeit vertilgt. Ich hatte allerdings schon im September Lust darauf und habe, ohne nachzudenken, bei Aldi ein Marzipanbrot gekauft. ein großer Fehler! Es kommt zwar selten vor, dass ich Süßwaren entsorge, doch das war so mit das Schlechteste, was ich je probiert habe.
Vor diesem Hintergrund ist dieser Beitrag entstanden. Über das hervorragende Lübecker Marzipan der Manufaktur Mest habe ich schon mal berichtet. Das habe ich für den Test mal außen vor gelassen.

Gut und billig gibt’s nicht

Wie fast alle guten Süßwaren hat auch gutes Marzipan seinen Preis. Die Marzipanbrote, die ich getestet habe, lagen preislich zwischen 3,07 € und 7.- €, hochgerechnet auf die Menge von 100 g Marzipan. Es waren alles Marzipanbrote klassisch aus Mandeln, Zucker und dunkler Kuvertüre hergestellt.

Die Marzipanbrot-Produzenten

Bei den Marzipanbrot-Herstellern muss man differenzieren zwischen denen, die von der

Acht verschiedene Marzipanbrote auf Holzwolle für den Test: Welches ist das beste Marzipanbrot

Acht Marzipanbrote im Test

Rohmasse bis zum fertigen Marzipanbrot alles selbst machen und denjenigen, die die Rohmasse kaufen und diese dann verfeinern. Kleinere Confiserien oder Konditoreien verarbeiten oft die Rohmasse von Lubeca, ein großer Marzipanhersteller in Stockelsdorf südlich von Lübeck. Die Herstellung der Marzipan-Rohmasse braucht neben hochwertigen Mandeln natürlich auch entsprechende Maschinen und das nötige Wissen. Mandeln, Zucker und Rosenwasser sind die Hauptzutaten, nicht zu verwechseln mit billigem “Persipan”, das aus gemahlenen Aprikosen- oder Pfirsichkernen hergestellt wird.
Ich habe vor ein paar Jahren mal Marzipan selbst gemacht. Das Resultat war eher mäßig, die Masse nicht fein genug und nach zwei Tagen war es knochen-trocken.

Meine Wahl für diesen Test fiel auf fünf Produzenten, die von A – Z alles selbst machen und auf zwei weitere, die die Marzipan-Rohmasse kaufen und diese weiter zum Marzipanbrot verarbeiten. Ähnlich wie bei Rezepten von Bäckern und Konditoren werden die Zutaten wie ein Geheimnis gehütet und nur die gesetzlich notwendigen Angaben zu den Inhaltsstoffen gemacht.

Niederegger Marzipan: Das Lübecker Marzipanbrot gehört wohl zu den weltweit bekanntesten Produzenten. Bislang fand ich es immer ok. Mit Sicherheit gehört es zu den besseren, aber nicht zu den besten Sorten. Der Mandelanteil liegt beim klassischen Marzipannbrot mit Zartbitterschokolade umhüllt bei 45 %. Es bietet ein reelles Preis-Leistungsverhältnis und ist bei den probierten Marzipanbroten das günstigste. Doch wenn man es im direkten Vergleich mit dem Stralsunder Marzipan probiert, kommt es da geschmacklich da nicht ran. Der Alkohol ist schmeckbar, was ich persönlich nicht so gern mag. Das Mandelaroma wirkt eher zurückhaltend. Ja, es ist besonders mit Blick auf den Preis mehr als ok, aber nicht die geschmackliche Offenbarung. 100 g Marzipanbrot für ca. 3.- €

Odenwälder Marzipan: Das 1977 gegründete Unternehmen wurde vor allem mit seinen Marzipan-Figuren bekannt. Heute produziert die Marzipan-Fabrik in Weilbach, nahe Aschaffenburg, rund um Marzipan selbst. Rund 750 Artikel umfasst das Sortiment – aber nicht alles  aus Marzipan.
100 g Marzipanbrot für ca. 5.- €
Probiert habe ich “Odenwälder Bauernbrot”, Mandelanteil 50 %. Das Marzipanbrot hat eine mittelkörnige Mandel-Konsistenz, zusätzliche Saftigkeit bekommt es durch einen Schuss Alkohol. Das macht hier einen gewissen geschmacklichen Kick aus.

Leysieffer: Bereits 70 Jahre in Sachen Süßes am Markt. Das Marzipanbrot des Osnabrücker Süßwaren-Herstellers Leysieffer ist von der Form her kein klassisches Brot, sondern wird als “Rolle” bezeichnet. Marzipanbrot ist bei Leysieffer nur ein Produkt von vielen. Die Rohmasse wird allerdings selbst hergestellt. 100 g ca. 4,50 €
Die Marzipan-Rolle hat einen Mandelanteil von 52 %. Sie hat eine mittelkörnige Konsistenz. Handwerklich gut gemacht, geschmacklich aber eher langweilig.

Sawade: Der Süßwaren-Hersteller ist ein Berliner Traditions-Unternehmen, gegründet 1880. Es wirbt damit, dass es kein Palmöl verwendet. Aber das hat in Marzipan ohnehin nichts zu suchen. Die Rohmasse wird selbst hergestellt. Das “Edelmarzipan” wirkt trotz des eher geringeren Mandelanteils von 37 % nicht süß, was sicher an der hervorragenden Edelbitterschokolade liegt, die das Brot umgibt. Mittelkörnige Konsistenz, geschmackliches Wechselspiel zwischen Marzipan und Schokolade.
100 g ca. 5,25 €

Schokovida: Das kleine Hamburger Unternehmen handelt mit hochwertigen Confiserie-Artikeln und Schokoladenprodukten. Einiges stellen sie selbst her. Unbedingt sollte man mal ihre Schoko-Küsse probieren, aber das nur am Rande. Bei ihrem kleinen Marzipanbrot weiß man nicht, woher die Marzipan-Rohmasse kommt. Genaue Angaben zum Mandelanteil gibt es nicht.
Mit 7.- € für 100 g ist das Marzipanbrot das teuerste bei meiner Marzipan-Verkostung, aber bestimmt nicht das beste gewesen. Die Masse wirkt fast ein bisschen unangenehm schleimig am Gaumen. In einer Blindverkostung hätte ich wahrscheinlich nicht auf Marzipan getippt. 100 g kosten ca. 7.- €.

Confiserie Paulsen: Das Traditionsunternehmen im Süßwarenhandel hat genauso wie Schokovida eine eigene Produktlinie. Die Marzipan-Rohmasse hat einen Mandelanteil von 52 %. Diese produzieren sie nicht selbst. Ihr mit Zartbitterschokolade (60 % Kakao) umhülltes Marzipan hat eine sehr weiche Konsistenz, nicht ganz so weich wie bei Schokovida, für mich aber zu weich. Es enthält, was bei Marzipan üblich ist, Ethanol, also Alkohol und das merkt man deutlich. Viel zu deutlich. 100 g liegen bei 5,25 €.

Wald, Königsberger Marzipan: Die Marzipan-Manufaktur Wald in Berlin ist berühmt für ihr Königsberger Marzipan. Diese Art des Marzipans ist abgeflammt und kommt ganz ohne Schokoladenhülle aus. Bei dem von Schokolade umhüllten Marzipan, dominiert die sehr gute, knackige Schokolade. Da geht der Marzipangeschmack leider etwas unter, was schade ist, denn pur ist es mit seiner feinkörnigen Konsistenz von hervorragender Qualität. Der Mandelanteil ist war auf dem Marzipanbrot nicht angegeben, aber geschmacklich deutete alles auf viele gemahlene Mandeln und einen geringen Zuckeranteil hin. 100 g Marzipanbrot gibt es für rund 6,30 €.

Stralsunder Marzipan: Mit 70 % Mandeln im Marzipan nimmt das Stralsunder Marzipan namens

Platz 1

“Sumara” die Spitzenposition ein. Es wird in Handarbeit hergestellt. Die Zartbitterschokolade, die das Brot umhüllt, hat einen Kakaoanteil von 58 %. Das Brot hat eine feinkörnige Konsistenz, der Mandelgeschmack kommt prima durch und behauptet sich gegenüber der Schokolade. Alkohol schmeckt man gar nicht und es hat eine zurückhaltende Süße. 100 g kosten rund 6,30 €.

Der Testsieger

Für mich auf jeden Fall “Sumara” aus der Strasunder Marzipan Manufaktur!

Weitere Infos zu den Broten der Stralsunder Manufaktur gibt es hier:
Stralsunder Marzipanbrote