Naturlyrik

Der Morgensee

Gedicht von Birgit Puck

Zu hören mit einem Klick auf YouTube, zu lesen im nachfolgenden Text.

Gedicht: Der Morgensee

Der See, er liegt im Wald verträumt,
erklingt ein Froschkonzert am Morgen,
das hohe Schilf ihn sanft umsäumt,
der Nebel hält das Licht verborgen.

Das Rotwild gibt am Ufer Acht
auf leises Knistern im Geäst,
ein Falke schwingt sich mit Bedacht
und hält an einem Zweige fest.

Libellen übers Wasser fliegen,
zaghaft Morgenlicht das Schilf durchdringt,
Seerosen die Köpfe wiegen,
in der Ferne ein Käuzchen erklingt.

Der Morgen hat die Nacht verdrängt,
vorbei leblose Dunkelheit,
der Tag dem See sein Leben schenkt,
bringt Freude, Mut und Leichtigkeit.

Alle Rechte bei Birgit Puck

Flügelschlag der Möwe

Gedicht von Birgit Puck – auch als Audio auf YouTube

Sie reckt den Schnabel in den Wind,
zählt nicht die Wellen, nicht die Schäume,
sie träumt entrückt nur ihre Träume,
nur so, wie sie halt sind.

Keine Sehnsucht, kein Verlangen,
steht nur da auf einem Pfahl,
fühlt kein Hadern und kein Bangen,
wartet auf das nächste Mahl.

Schwimmt vorbei ein kleiner Fisch,
hebt sie die Flügel, saust darnieder,
die Möwe gibt sich räuberisch,
singt nach dem Mahle ihre Lieder.

Gern wär ich wie die Möwe frei,
frei von Bedenken, frei von Sorgen,
mein Flügelschlag trägt mich herbei,
zu dir und bis zum nächsten Morgen.